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Übersäuerung

Übersäuerung

Was ist die Übersäuerung?

Von einer Übersäuerung wird gesprochen, wenn der pH-Wert des Blutes unterhalb der normalen Werte liegt. Darüber hinaus kann das Phänomen als Anstieg der Wasserstoffionenkonzentration im Blut definiert werden. Eine dritte Definition geht davon aus, dass eine Übersäuerung durch einen Anstieg der Säuren oder durch den Verlust der Basen im Körper entsteht.

Im Wesentlichen handelt es sich somit um ein Ungleichgewicht zwischen den Säuren und Basen im Körper. Das Ungleichgewicht besteht hierbei aus einem Überschuss an Säuren an Orten, die physiologisch nicht „sauer“ sein sollten.

Saure Milieus gibt es im Körper zahlreich

Im Körper gibt es viele Stellen, an denen ein saures Milieu herrscht. So ist die weibliche Scheide oder der Dickdarm eine typische Stelle für eine saure Umgebung. Darüber hinaus ist auch die Haut leicht sauer. Diese Orte müssen sauer sein, da sie auch zur Abwehr von Infektionen dienen.

Andere Körperregionen und -flüssigkeiten, wie das Blut oder der Dünndarm, müssen hingegen basisch sein. Ein absolutes Gleichgewicht zwischen sauer und basisch ist deshalb nicht vorhanden. Wenn also von einer Verschiebung zum sauren Pol die Rede ist, dann ist dies immer in Bezug zu den Normalwerten zu sehen.

Um das Milieu an jeder Stelle des Körpers optimal zu gestalten, sind im Körper viele verschiedene Mechanismen vorhanden. Sie sorgen in der Regel für einen Ausgleich und erhalten damit den idealen pH-Wert aufrecht. Solche Mechanismen sind beispielsweise die Atmung oder die Hormone.

Wie entsteht eine Übersäuerung?

Das Verhältnis der Säuren zu den Basen kann aus schulmedizinischer Sicht durch verschiedene Ursachen gestört sein. So können die Säuren durch eine verstärkte Zufuhr erhöht sein, sie können durch eine verringerte Ausscheidung ansteigen, die Säuren werden vermindert abgebaut oder sie werden einfach verstärkt gebildet. Darüber hinaus können einfach die Basen verringert werden. Die Basen können einfach vermindert zugeführt, vermindert gebildet, verstärkt ausgeschieden oder verstärkt abgebaut werden. Somit lassen sich im wesentlichen zwei grundlegende Mechanismen unterscheiden. Der erste Mechanismus ist die Erhöhung der Säuren im Körper, der zweite Mechanismus ist die Verminderung der Basen im Körper.

Die Naturheilkunde geht sehr oft davon aus, dass eine Übersäuerung durch ungesunde Lebensweisen entsteht. Es werden übermäßig Säuren aufgenommen. Die Regelmechanismen des Körpers reichen nicht mehr aus, um einen Ausgleich zu schaffen. Das Resultat ist ein Anstieg der Säuren, so dass kein Ausgleich mehr stattfindet. Vor allem die Ernährung hat nach den theoretischen Grundlagen der Naturheilkunde einen großen Einfluss auf die Säuren des Körpers. Der Verzehr von säurebildenden Lebensmitteln trägt damit entscheidend zu einer chronischen Übersäuerung bei. Vor allem tierische Einweiße, Milch und Milchprodukte sowie Sojaprodukte tragen zu einer Übersäuerung bei. Auch die gewohnten Backwaren, Limonaden, Süßspeisen und noch vieles mehr tragen entscheidend zu der Entwicklung bei.

Ungesunde Lebensweisen wie Rauchen oder Alkohol sind ebenfalls für die Übersäuerung verantwortlich. Und wer viel Sport treibt, der sollte darauf achten, dass es nicht zu viel wird – schließlich ist die übermäßige körperliche Betätigung ebenfalls ein Faktor für ein saures Milieu.

Übersäuerung durch Ernährung

Die Säuren entstehen mit dem Verdauungsprozess. Durch die Aufspaltung der Lebensmittel im Verdauungstrakt entstehen verschiedene Stoffe wie Säuren, Stoffwechselprodukte oder Gifte. Werden diese Säuren in den Körper aufgenommen, dann werden Regelmechanismen in Gang gesetzt, die den Überschuss ausgleichen sollen. Diese Mechanismen sind recht schnell überfordert.

Die Übersäuerung kann durch Mineralstoffe entstehen, die im Körper Säure bilden. Andere Mineralstoffe bilden im Körper Basen. Alle Mineralstoffe werden vom Körper gebraucht, um gesund zu bleiben. Allerdings kommt es durch die Ernährung zu einem Überschuss an säurebildenden Mineralstoffen. Diese sorgen schließlich für die Übersäuerung des Körpers.

Der Körper lagert Schlacken an

Der Körper muss die Stoffe verstoffwechseln. Das Endprodukt des Stoffwechsels sind dann die Schlacken. Der Körper kann nach der Theorie allerdings nur eine begrenzte Menge wieder aus dem Körper über die Ausscheidungsorgane ausschleusen. Der Rest verbleibt im Körper. Dort wird er schließlich in den Bindegeweben abgelagert. Bindegewebe sind beispielsweise Bau- und Speicherfette sowie bestimmte weitere Fasern und Gewebe. Sie haben die Aufgabe den Körper oder einzelne Körperteile „zusammenzubinden“. Die Folge dieser Vorgänge sind dann Cellulite und Falten. Bindegewebe finden sich auch in den Gelenken. Hier sind die Folgen Arthritis und Arthrose. In der Niere, Galle oder Blase können sich die Stoffe ebenfalls anreichern. Hier führen sie zu Steinen und auch in den Blutgefäßen können sich die Stoffe anreichern. Die Folge hiervon ist eine Verengung der Blutgefäße, die zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann.

Weitere Folgen eines Säureüberschusses

Durch den Überschuss an Säuren werden die basischen Mineralstoffe vermehrt verbraucht. Da der Körper vermehrt versucht den Überschuss auszugleichen und nicht genügend basische Mineralstoffe zur Verfügung stehen, entsteht ein Mineralstoffmangel. Um den Mangel auszugleichen, versucht der Körper die Mineralstoffe aus seinen Reserven auszugleichen. Calcium, Magnesium und andere Stoffe werden aus den Körperstellen geholt, in denen sie vermehrt vorliegen. Deshalb werden sie aus den Knochen, Zähnen, Bindegeweben und anderen Gewebearten ausgeschleust und in andere Bereiche umverteilt. Bedingt durch die Mangelversorgung mit basischen Mineralstoffen werden die entnommenen Stoffe nicht mehr aufgenommen und können daher nicht mehr eingelagert werden. Dadurch entstehen viele verschiedene Erkrankungen, die durch fehlende Mineralstoffe in den Körpergeweben entstehen.

Übersäuerung – Verantwortlich für gesundheitliche Probleme?

Die Naturheilkunde geht davon aus, dass die meisten Beschwerden – die bei den Medizinern symptomatisch behandelt werden – eine Folge der Übersäuerung ist. Die Übersäuerung ist anfangs nicht zu bemerken und löst erst in weiteren Verlauf Symptome aus. Die Übersäuerung kann darüber hinaus vom Körper sehr lange ausgeglichen werden, so dass die Folgen nicht zu bemerken sind. Nach einigen Monaten bis Jahren beginnen die ersten Symptome, die in ihrer Ausprägung gering sind. Müdigkeit oder ein leicht verminderter Antrieb sind die ersten Anzeichen. Danach steigern sich die Probleme, die dann von den Medizinern symptomatisch behandelt werden. Die Behandlung erfolgt allerdings meistens mit Medikamenten, die selbst wieder ein saures Milieu begünstigen, so dass ein Kreislauf entsteht.

Übersäuerung - pH-Wert

Der Übersäuerung vorbeugen

Grundlage für die Vorbeugung vor der Übersäuerung ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Bei der Verstoffwechselung entstehen weniger Schlacken und Abfallstoffe, so dass der Körper sie direkt abtransportieren kann. Das Verhältnis von basen- und säurebildenden Stoffen ist ausgeglichen, wodurch keine Übersäuerung stattfindet.

Darüber hinaus kann der Verzicht auf Alkohol und Nikotin den Zustand verbessern. Ein weiteres wesentliches Kriterium ist die Schaffung von genügend Bewegung. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Bewegung nicht überfordert, da ansonsten eine Übersäuerung begünstigt wird.

Wie ist eine Übersäuerung zu erkennen?

Eine Übersäuerung kann per Teststreifen erkannt werden, wie sie in jeder Apotheke erhältlich sind. Entscheidend ist der pH-Wert des Urins. Am Vormittag ist er sauer, am Mittag neutral und geht dann gegen Abend in einen basischen Zustand über. Wenn Abweichungen zum sauren Pol vorliegen, dann kann davon ausgegangen werden, dass eine Übersäuerung vorliegt.

Maßnahmen gegen eine Übersäuerung

Eine Entsäuerung dient dazu, die Schlacken aus dem Körper auszuleiten und ein gutes Verhältnis im Körper zwischen Säuren und Basen herzustellen. Dabei ist es wichtig, dass die Programme nicht nur kurzzeitig und akut, sondern nachhaltig durchgeführt werden. Das bedeutet auch, dass die Umstellung sehr umfangreich sein muss. Um den Säurehaushalt auszugleichen, müssen vorwiegend basische Nahrungsmittel aufgenommen werden. Mineralstoffe müssen zugeführt werden, damit der Körper die Mangelerscheinungen ausgleichen kann. Zugleich sollte die Temperatur in regelmäßigen Abständen durch Saunen, körperliche Aktivitäten oder Bädern gesteigert werden.

Durch die Maßnahmen werden sehr schnell positive Effekte erkennbar. Der Körper wird leistungsfähiger, das Wohlbefinden erhöht sich. Die Blutgerinnung wird normalisiert, was eine Entlastung des Herzens zur Folge hat. Die Wahrscheinlichkeit einer Pilzinfektion sinkt, da Pilze ein saures Milieu bevorzugen. Das Immunsystem wird gestärkt und Krankheitserreger haben keine Chance.

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